Montag, 4. August 2008

Viva La Vida

Nun denn, wo ich mir den neuen Coldplay-Schmarn ueber einige Tage rauf und runter angehoert habe, wage ich eine Kritik ohne Umlaute.

Violet Hill und der Titeltrack Viva La Vida (der aus der Werbung) haben mir schlussendlich doch noch gut gefallen, trotz ihrer ganzen Andersartigkeit und charttauglichen Klaengen. Und der Rest... ist zu gut, um wirklich enttaeuschend zu sein. Kein Track ist wirklich schlecht, in die kitschige Melodie von ,,Strawberry Swing" habe ich mich regelrecht verliebt. Doch wenn mich jemand nachts wecken, mir keine Sekunde Zeit zum nachdenken geben wuerde und mich fragen: ,,Fuer eine Million- das schwaechste Album von Coldplay?"- ich wuerde ,,Viva La Vida" nennen. Und das Album anschliessend eine Million mal geschenkt bekommen. Schoen bloed. Mit Oe.

Dem Album fehlt einfach die Emotionalitaet und Kraft der Bedeutung seiner Vorgaenger. Das Problem der meisten Bands, die schnell aufgestiegen sind: Man spuert einfach, dass der Frontsaenger kein jungraeulicher, unsportlicher und depressiver Typ mehr ist, sondern Millionen scheffelt, Maedchen zum umfallen bringt und neben Brad Pitts Ex aufwacht. Das schlaegt nicht zwangsweise auf die Qualitaet, in Coldplays Fall aber schon. Unfair, aber wahr.

Gruesse aus Griechenland...

...ohne Umlaute, denn die sind den Griechen unbekannt. Aehnlich wie Regen, Strassenverkehrsordnung oder das scharfe S. Diesen Donnerstag bin ich wieder im Lande, also harrt aus!

Dienstag, 3. Juni 2008

Rage Against The Machine

Zwei Fakten vorneweg:
1. Titel sind nach wie vor nicht meine Stärke. 2. Diesen hier bitte wörtlich nehmen.

Es besteht eine gewisse Diskrepanz zwischen meinem Bedarf und meinen technischen Möglichkeiten, auch wenn ersterer so niedrig ist dass sogar jeder Schulcomputer damit fertig wird. Mein einst heißgeliebter Pc hält es für witzig sich alle fünf Minute ohnejede Fehlermeldung selbst auszuschalten, der an dem ich sitze ist dafür viel zu blöd. Welcher Pc muss heute noch per Hand ausgeschaltet werden?

Dementsprechend sieht es mit meiner Laune, meinem Verständnis für Technik und nicht zuletzt mit meinen Blogeinträgen eher karg aus. Doch niemand braucht zu fürchten, dass irgendwas verloren ginge. Jeden Gedanken den ich schriftlich hier nicht festhalten kann, bleibt in meinem überfüllten Schädel und wird aus Platzgründen zu reinem Zynismus komprimiert. Selbst meinen Blogger-Rechschreibungs-Bericht muss ausfallen, da dieser Pc kein Programm unterstützt,dass seit dem Holocaust entwickelt wurde.

Um dem ganzen die Narrenkappe aufzusetzen empfing meine E-Gitarre vor ein paar Tagen wieder NDR- in erschreckend guter Qualität. Die Sprecherin berichtet über den Boykott der Milchbauern.

Hallo, Freunde... Hallo !

Es ist soweit. Endlich. Coldplay begeben sich mit einer neuen Single, einem Werbespot und TV-Präsenz wieder in die Welt der Medien. Aber der Reihe nach.

Die neue Single, Violett Hill, ist bei weitem nicht schlecht. Doch erinnert sie mich jede Sekunde daran, dass Chris Martin & Co nicht besser werden. Ich fürchte mich bereits vor einem X & Y II.

Der Soundtrack der TV-Werbung ist witzigerweise ebenfalls ein neuer Track der alten Band. Klingt ebenfalls nicht schlecht, aber... siehe oben.

Worauf ich mich freue: Morgen begibt sich eine meiner Lieblingsbands, die Rede ist immer noch von Coldplay, auf ein niedriges Niveau und nach Deutschland. Sie besuchen Stefan und seine fahrbare Weichspülercouch, und ich bin sehr gespannt wie sich die Band in dieser Menschen verachtenden Umgebung zu behaupten weiß. Und ob Chris seine Haare immer noch wachsen lässt, und ob er vielleicht wieder so ein todschickes weißes Jackett trägt.

Mittwoch, 7. Mai 2008

Chinas Menschenrechtslage

Einen ganzen Monat ohne Eintrag! Dabei hätte es soviel zu berichten gegeben. Die Audienz mit Ewan McGregor, nun schon so lang her, eine E-Gitarre, die NDR empfängt- all das musste wegen meinem streikenden PC ungeschrieben bleiben. Doch nun sitze ich am Schulcomputer und recherchiere über Chinas Menschenrechtslage, während sich meine Teamkollegen intensiv mit ,,Achtung, die Kurve" auseinandersetzen. So bleibt mir die Zeit für einen kurzen Report:
Ewan McGregor war langweilig. Er kam, siginerte vielleicht gerade mal zehn Produkte auf denen ohnehin schon sein Name draufstand, und verduftete. Und zwar abenteuerlich. Wer die Anspielung versteht: Glückwunsch.
Meine Ibanez empfing tatsächlich den norddeutschen Rundfunk. Als ich die Saiten berührte säuselte knisternd und rauschend die Nachrichtensprecherin aus dem Verstärker. Laut meinem bärigen Freund fungierten die Saiten meiner Klampfe vermutlich als Antennen und würden die Traditionen von Plattenspielern weiterführen, die bereits ähnliches vollbrachten.
Wie geht's mir, was macht die Kunst, was tut der Musik?
Ich bin zurzeit noch etwas rastloser und sehr viel beschäftigter als zuvor. Ich komme mal wieder zu nichts; ausnahmsweise jedoch berechtigt. Ich bin nach wie vor halbwegs fleißig am Songwriting dran, doch lässt meine perfektionistische Ader keine lange Songliste zu. Ich habe inzwischen ,,Vollidiot" und dessen unwürdigen Nachfolger ,,Millionär" gelesen; doch widme ich diesem Thema einen eigenen Eintrag.
Zum Abschluss einen weiteren Teil des Fortsetzungsromans ,,Die fabelhafte Welt der Blogger-Rechtschreibung". Einen Schulcomputer gibt es anscheinend nicht. Dafür aber einen anscheinend einen Rechner, der homoerotisch veranlagt ist. Unglaublich.
PS: Ich entschuldige mich für den irreführenden Titel. Er dient meinem Schutz im Falle eines nahenden Geschichtslehrers.

Donnerstag, 20. März 2008

Führ mich zum Potter

Ich bin, popkulturell gesehen, immer ein bisschen zu spät dran. Ich höre jetzt erst Paolo Nutuni, meine Röhrenjeans ist noch heil, und den letzten Harry Potter-Roman habe ich jetzt erst beendet. Und obwohl er mir gefallen hat, blieben so viele Kritikpunkte unhörbar zwischen Hirn und Zunge stecken, dass ich sie nun hier schildern muss. Für die Loser die noch später dran sind als ich und den Roman nicht aus Protest, sondern aus Unachtsamkeit verschmäht haben, heißt es jetzt also weggucken und sich ne' Röhrenjeans kaufen, denn ich kann den Inhalt nur schwer unerwähnt lassen.

Der Letzte wirkt genau wie die vorherigen Teile einen großen Sog auf mich aus. Die Welt, der Humor, die Zufälle- alles dies wirkt so leicht verfilmbar, klischeehaft und sich selbst so ernstnehmend, dass es schon wieder glaubhaft ist. Der Versuch, die mangelnde Existenz von Zauberern in unserer Muggelwelt logisch zu erklären, die liebenswerten, sich recht übersichtlich weiterentwickelnden Charaktere, die ungemein klare Trennung von gut und böse- all das zieht den Leser in seinen Bann, ohne ihn dabei geistig zu überfordern. Und wie einfallslos die Welt in die wir eintauchen manchmal auch sein mag, bleibt sie doch wegen ihrer zahlreichen Details und Progressivität glaubhaft. Und genau dies macht die Spannung und den Reiz der Potterbücher aus.

Und leider schwächelt die Reihe genau in dieser Hinsicht bereits seit dem Orden des Phönix. Dort wird dem Leser und ihm selbst immer wieder aufgezählt, was Harry in den letzten Jahren in Hogwarts alles geleistet hat. Und wer ihn bis dahin ignoriert hat, dem wird jetzt der schamlos strukturierte Ablauf eines jeden Bandes auf beide Augen gedrückt. Dursleys- Harry wird gequält, Schule- Harry, Ron und Hermine brechen alle Regeln, Voldemort taucht auf- Harry entkommt. Das eine Inkarnation von du-weißt-schon-wem tatsächlich an jedem Ende der sieben Bücher (abgesehen vom dritten) auftaucht, und der dürre Brillenträger ihm jedes mal durch einen glücklichen Zufall entkommt, wird jeden Hollywood-Regisseur vor Glück und Eifer die Hände reiben lassen. Doch Die Fassade der Geschichte fängt an zu bröckeln und beginnt an Charme zu verlieren. Gleichwohl hat es meiner Meinung nach sehr zum Erfolg des Buches beigetragen, da man sich wohl kaum einen schöneren Showdown wünschen kann als ein Treffen mit dem dunklen Lord, wie sehr die Geschichte auch einem Videospiel gleichen mag.

Das Erflogsrezept der Bücher ist ohnehin genial. Der Held wird jeden Band um ein Jahr älter, die Leserschaft altert mit, die Handlung wird immer gewaltsamer und Komplexer, ohne dass es es den nun pubertären Fans stört- unfassbar, und wieder irgendwie schamlos, es sich so leicht zu machen. Trotzdem gewieft.

Die Frage ist natürlich, wie man einen 7-Bände-Roman zu einem befriedigenden Ende führen kann. J.K. Rowling kann sie mir nicht beantworten, den beim Epilog hörte sämtlicher Spaß auf. Der Roman lässt außerdem viel zu viele lose Ende zurück. Ein paar Enden mehr hätte nicht geschadet, der Tolkien hat's doch auch so gemacht.
Der Leser wird über das Verbleiben der heiß geliebten Nebencharaktäre vollkommen im Unklaren gelassen. Gegen Ende klärt sich zwar das meiste in einem unerhört unbefriedigenden Schnelldurchlauf, doch selbst hier werden die meisten Fragen meist unzureichend oder gar nicht beantwortet. Und nicht nur die vielen, vielen unbeantworteten Schicksale liegen schwer im Magen. Auch die Lösungen der vielen Rätsel, die sowohl den Charakteren als auch den Lesern aufgegeben werden, kommen viel zu kurz. In einem Gespräch mit dem toten (!) Albus Dumbledore erfährt Harry zwar das meiste, doch ausreichende Erkenntnisse fehlen nach wie vor. Von dieser Szene hätte ich wirklich mehr erhofft. Tausend Rätsel ziehen den Leser in seinen Band, und auf 5 Seiten soll alles entwirbelt werden... wer hier einen großartig durchdachten Zusammenhang sieht, wird enttäuscht. Wieder sind es Zufälle, Vermutungen, weitere Rätsel. Achja, weiß irgendjemand wo Neville Godric Gryffindors Schwert her hat? Bitte melden, ist mir leider entfallen.

Ein weiterer Punkt ist: Für einen letzten Teil kommen einfach viel zu viele neue Informationen ans Tageslicht, die bei einem der Vorgängerbände einfach hätten bruchstückhaft auftauchen müssen, um glaubhaft zu sein; die Hintergründe von Dumbledores Familie, Grindelwald wurde wenigstens namentlich bereits im ersten Band erwähnt... die Rätsel sind gleichzeitig zu kompliziert und doch zu einfach gelöst, wie die der Suche nach den von Ron und Hermine zerstörten Horkruxen. Letzteren hatte Harry schonmal gesehen, den ersten entdeckt er am Grund eines Sees. Er rätselt. ,,Das ist das Schwert Gryffindors.... was zeichnet einen echten Gryffindors noch einmal aus? Ach ja, Mut... ich muss in den See reinspringen!" Gut kombiniert, Miss Marple. Ein Slytherin wäre wahrscheinlich so listig gewesen und hätte jemand anders in den See springen lassen. Der Ravenclaw hätte ihn, schlau wie er ist, geangelt. Und der Hufflepuff wäre nach Hause gegangen.

Hier mache ich nochmal klar, was ich von den Schulhäusern halte. Dazu fand ich ein Zitat aus der MAD, welches gnadenlos gut passt: ,,Wir versuchen unsere Schüler ohne Vorurteile und chancengerecht einzuteilen. Die Streber kommen nach Ravenclaw, die Deppen nach Hufflepuff, die Bösen nach Slytherin und die strahlenden Helden nach Gryffindor". So ist es, und nicht anders, so wird es sogar im Buch erwähnt: Die nix können, kommen nach Hufflepuff. Und in Slytherin gibt es, abgesehen von Snape, keinen einzigen positiv angehauchten Charakter. Brrr.

Von dem ziemlich einfachen Motiv Voldemorts, alle Schlammblüter auszulöschen und Muggel zu unterwerfen, möchte ich garnicht erst reden, auch wenn mich nicht gewundert hätte wenn der wahre Name des dunkles Lords ,,Adolphus Riddle" gewesen wäre.
Anhand dieser Punkte stelle ich fest, dass es eine Menge an Harry Potter auszusetzen gibt. Um so mehr mehr ziehe ich den Spitzhut vor Mrs Rowling, die es trotzdem geschafft hat mich so zu faszinieren. Vielleicht werde ich eines Tages hinter das Geheimnis dieser Zauberer-Soap kommen.

Habe ich gesagt, das Buch haette mir gefallen?